Die Integration von Gender Mainstreaming in die Entwicklung und Akkreditierung gestufter Studiengänge hat zum Ziel, die neuen Studiengänge "geschlechtergerecht" zu gestalten und so zur Gleichstellung von Mann und Frau in der Hochschulbildung beizutragen.
Dies erfordert eine Vielzahl von Maßnahmen. Denn die derzeit vorherrschenden Regelungen, Rahmensetzungen und Praktiken an unseren Hochschulen führen in vielen Studiengängen zu unterschiedlichen Chancen und Möglichkeiten von Frauen und Männern - von den Zugangsmöglichkeiten zum Studium über den Studienerfolg bis zu den Berufschancen und dem Zugang zu einer wissenschaftlichen Karriere.
Ein geschlechtergerecht organisierter und gestalteter Studiengang
Geeignete Maßnahmen sind unter folgenden Aspekten zu entwickeln:
Studienzugang Der Zugang zum Studium und die Studienfachwahl sind in der Bundesrepublik Deutschland sowohl sozial hoch selektiv als auch geschlechtlich hoch segregiert. Besonders gravierend ist die Unterrepräsentanz von Frauen in den Ingenieur- und von Männern in den Erziehungswissenschaften. Inzwischen ist eine Reihe von Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung von Studiengängen für das unterrepräsentierte Geschlecht entwickelt worden ... [mehr]
Studierbarkeit Ein zentraler Aspekt der Studienreform ist die völlige Neuordnung der zeitlichen Strukturen, um die Studierbarkeit der Studiengänge zu erleichtern: Im Prinzip erweitert die Modularisierung des Studiums und die Einführung übertragbarer "Credit Points" die Möglichkeiten von Teilzeitstudien und von individuellen Studienmodellen, die die Vereinbarkeit von Studium und Beruf und/oder Studium und Familie erleichtern - Aspekte, die unter Gleichstellungsgesichtspunkten von großer Bedeutung sind. Allerdings werden diese Aspekte bisher nur sehr unzureichend beachtet… [mehr]
Hochschuldidaktik Die hochschuldidaktische Frauen- und Geschlechterforschung hat - vor allem bezogen auf Studiengänge mit einem unterdurchschnittlichen Frauenanteil - eine Vielzahl hochschuldidaktischer Konzepte entwickelt, die dem "Genderbias" in den didaktischen Konzepten geschlechtssegregierter Studiengänge entgegen wirken sollen, aber auch für andere Studiengänge Relevanz haben… [mehr]
Übergänge Kritisch aus gleichstellungspolitischer Sicht sind die Phasen des Übergangs – vom Studium zum Beruf sowie, innerhalb des Studiums, von einer Qualifikationsstufe zur nächsthöheren – da hier die Weichen für die zukünftige Karriere und insbesondere für den Zugang zu einer wissenschaftlichen Karriere gestellt werden. Die bisherigen Erfahrungen hierzu sind besorgniserregend … [mehr]